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Imbolc

Ein weißes Tuch bedeckt das Land die Erde atmet Frost
Zu Eis erstarrt des Flusses Lied am Tor zur Unterwelt
Doch knarrend öffnet sich das Gatter und gibt den Weg Ihr frei
Die Mutter hat sich selbst geborn die Göttin kehrt zurück
Und weichen wird der dunkle Tag vor Ihrer großen Macht. 
- Quelle: V. Holzapfel


Imbolc ist eines der vier grundlegenden Feste des vorchristlich-keltischen Kalender. 
Imbolc steht in Zusammenhang mit einem Fruchtbarkeitsritual und wurde später als Gedenktag 
an die heilige Brigitte übernommen. In neuerer Zeit kennt man es als Feier des Feuers, 
einen der acht Feiertage (Festivals) des neuheidnischen Jahresrades. 
Man unterscheidet hier vier solare und vier lunare Feste. 
Imbolc ist vermutlich ein Vorgänger des christlichen Feiertages Mariä Lichtmess.
Gewöhnlich wird Imbolc am 1. Februar begangen, obwohl die keltischen Feiern am 31. Januar stattfanden. 
Heute feiert man die Gelegenheit für gewöhnlich am 1. oder 2. Februar. Manchmal wird Imbolc auch zur Zeit 
der ersten Frühlingsboten begangen.

Keltische Wurzeln 
Feuer und Reinigung sind wichtige Aspekte des Festes. Brigitte (in den englischen Originalquellen auch 
bekannt als Brighid, Bríde, Brigit, Brìd) ist die Göttin der Dichtkunst, des Heilens und des Schmiedehandwerks. 
Sie ist zugleich Göttin und Heilige und wird sie in Verbindung mit Glück, heiligen Flammen, und Heilungen genannt. 
Das Anzünden von Kerzen symbolisiert die Rückkehr der Wärme und der über die nächsten Monate anwachsenden Kraft 
der Sonne.
Beweise und nähere Informationen zur Imbolg-Feier in Irland bietet jene Folklore, die im 19. und frühen 
20. Jahrhundert im ländlichen Irland und Schottland gesammelt wurde. Ergänzend existieren vergleichende Studien 
aus Skandinavien. Wie andere Feste des keltischen Kalenders in der irischen Mythologie wurde Imbolg am Abend 
des 1. Februar begangen, welcher gemäß keltischem Brauch den Beginn des Tages markierte.
Traditionell wurde das Fest mit der Laktionsperiode der Mutterschafe in Verbindung gebracht, 
die bald darauf die Frühjahrslämmer gebären sollten.
Der Bezeichnung "Imbolc" leitet sich aus dem irischen "i mbolc" ab, was so viel wie "in der Bauchhöhle" bedeutet. 
Dies bezog sich auf die Schwangerschaft der trächtigen Schafe und gilt auch als keltischer Begriff für den Frühling. 
Andere Bezeichnungen lauten "Oimelc" ("Mutterschafs-Milch") und "Brigit" (in Bezug auf die keltische Göttin der 
Schmiedekunst, der dieser Tag geweiht ist.
Dass Imbolc eine wichtige Zeit für die altertümlichen Einwohner Irlands war, zeigt sich am "Mound of the Hostages" 
in Tara (Irland). Dort ist der innerste Raum perfekt an der aufsteigenden Sonne sowohl zu Imbolg als auch Samhain 
ausgerichtet.
Der Festtag ist ein Fest des Lichtes, welches die länger werdenden Tage als auch die Hoffnung auf den Frühling 
widerspiegelt. Traditionsgemäß werden sämtliche Lampen des Hauses für einige Minuten angesteckt und auch Rituale 
beinhalten oftmals eine Mehrzahl an Kerzen.
 
Der Tag der heiligen Brigitte 
Im modernen irischen Kalender findet sich Imbolg sowohl als Fest der heiligen Brigitte (Stellvertretende Schutzgöttin 
Irlands) und Lá Feabhra - den ersten Tag des Frühlings.
Eine Sicht besagt, dass sich hier der Versuch des Christentums zeige, die Popularität des heidnischen Festes mit den 
eigenen Traditionen in Einklang zu bringen: Imbolc wurde übernommen, jedoch prägte man ihm die Bezeichnung als Tag 
der heiligen Brigitte auf.
Eine volkstümliche Tradition, die sich sowohl in christlichen als auch heidnischen Heimen zu Imbolc (oder dem Tag der 
heiligen Brigitte) erhalten hat, ist "Brigittes Bett". Dabei basteln die jungen Mädchen des Haushalts oder Dorfes ein 
Getreidepüppchen, welches mit Bändern und anderem Tand geschmückt wird. Die älteren Frauen fertigen dann ein Bett für 
Brigitte. Am Vorabend zum Tag der heiligen Brigitte (31. Januar) treffen sich die jungen Frauen in einem Haus, 
um die ganze Nacht mit der Getreidepuppe wach zu bleiben. Später bekommen sie Besuch von allen jungen Männern, 
die den Frauen und der Puppe mit Respekt gegenüber treten müssen. Die älteren Frauen der Gemeinschaft hingegen bleiben 
zuhause, um andere Zeremonien zu vollziehen.
Vor dem Zu-Bett-Gehen löscht jeder Haushalt das Herdfeuer und recht die Asche glatt. Am Morgen sah man dann nach 
Zeichen in der Asche, die die heilige Brigitte auf diese Weise in der Nacht hinterlassen hatte.
Am darauf folgenden Tag wurde Brigittes Bett von Haus zu Haus gebracht, wo sie mit großen Ehren empfangen wurde. 
Da Brigitte die Lebensenergie repräsentiert, die die Menschen aus dem Winter in den Frühlingen brachte, 
ist ihre Gegenwart zu dieser Zeit des Jahres sehr wichtig. Oftmals wurde ihr Abbild auch mit einem Aschepinsel 
betupft - vielleicht ein altes Überbleibsel von stärkeren Fruchtbarkeitsritualen, wie sie einst praktiziert wurden.